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Die Redaktion hat für Sie aktuelle Kulturnachrichten ausgesucht
>> Walter Jens ist tot
Der streitbare Humanist und ehemalige Präsident der Berliner Akademie der Künste starb im Alter von 90 Jahren in seiner Wahlheimat Tübingen.
Bekannt wurde Jens 1950 mit seinem Debütroman "Nein. Die Welt der Angeklagten". Das Buch ist eine Absage an die Totalitarismen von rechts und links. Er war ein brillanter Rhetoriker und wurde deshalb oft als "Redner der Republik" tituliert. Von 1963 bis 1988 nahm Walter Jens in Tübingen die für ihn geschaffene Lehrkanzel für allgemeine Rhetorik ein. Auch als Friedensaktivist war der bekennende Christ bekannt. Kurz vor der Wende wurde er Präsident der Akademie der Künste in Berlin und leitete die Wiedervereinigung der Institution ein.
Als 2003 Akten auftauchten, die ihn als Mitglied der NSDAP führten, konnte er sich selbst nicht daran erinnern, je beigetreten zu sein. Ab 2004 wurden bei Jens Anzeichen einer Demenzerkrankung erkennbar, er konnte die letzten Jahre nicht mehr sprechen und schreiben.  
>> Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft an Clemens J. Setz und Nora Gomringer
Der mit 20.000 Euro dotierte Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. geht in diesem Jahr an Clemens J. Setz. Den mit 10.000 Euro dotierten Poesiepreis erhält Nora Gomringer. Der Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft ist mit 20.000 Euro einer der höchstdotierten deutschen Literaturpreise in der Sparte Prosa. Im zweijährigen Wechsel wird zudem ein mit je 10.000 Euro dotierter Poesie- bzw. Übersetzerpreis verliehen.
Der Preis wird im Rahmen der 62. Jahrestagung des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft am 19. Oktober 2013 in Weimar verliehen.
Zu den bisherigen Preisträgern zählen u. a. Heinrich Böll (1953), Ingeborg Bachmann (1955),Thomas Bernhard (1967), Elias Canetti (1971), Christoph Ransmayr (1986), Daniel Kehlmann (1998) und Tilman Rammstedt (2009). (Quelle: kulturkreis.eu) 
>> Hilde-Domin-Preis 2013 an Abbas Khider
Der mit 15 000 Euro dotierte Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2013 der Stadt Heidelberg geht an den 1973 in Bagdad geborenen Autor Abbas Khider. Die Jury würdigte Khider als lakonischen wie heiteren Chronisten, als Meister der Situationskomik und geborenen Erzähler. Der Optimist Khider setze trotz aller schlimmen Erfahrungen "auf den einen ungebrochenen Flügel, der seiner Prosa Frische und mitreißenden Schwung verleiht".
Abbas Khider wurde mit 19 Jahren aus "politischen Gründen" verhaftet und gefoltert. Nach einer zweijährigen Gefängnisstrafe floh er 1996 aus dem Irak und reiste vier Jahre lang als illegaler Flüchtling durch verschiedene arabische und europäische Länder. Seit 2000 lebt er in Deutschland, machte Abitur und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. Er lebt heute als freier Autor in Berlin.
Der Hilde-Domin-Preis der Stadt Heidelberg wird alle drei Jahre an Schriftsteller vergeben, die selbst im Exil oder als Nachfahren von Exilanten in Deutschland leben und in deutscher Sprache publizieren.
>> Pulitzer-Preis 2013 für Adam Johnson
„Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ des US-Schriftstellers Adam Johnson habe sich gegen zwei andere Favoriten durchgesetzt, teilte die Pulitzer-Stiftung an der Columbia-Universität in New York mit. Im vergangenen Jahr war es zu einem Eklat gekommen, als die Jury sich nicht auf einen Sieger in der Königskategorie „Bester Roman“ einigen konnte. Großer Gewinner ist in diesem Jahr außerdem die Zeitung „New York Times“, die gleich vier Preise in verschiedenen journalistischen Kategorien abräumte.
Der Nordkorea-Roman „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“, der in Deutschland im März im Suhrkamp Verlag erschienen war, erzählt die Geschichte eines Kindes, das in einem Waisenhaus in dem kommunistischen Land aufwächst.
Die fast 700 Seiten dicke Mischung aus Spionage- und Liebesroman wurde von Literaturkritikern gefeiert. Das Werk des 1967 im US-Bundesstaat South Dakota geborenen und bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Schriftstellers Johnson setzte sich den Veranstaltern zufolge gegen Nathan Englanders Kurzgeschichten-Sammlung „What We Talk About When We Talk About Anne Frank“ und Eowyn Iveys Roman „The Snow Child“ durch.
>> Astrid-Lindgren-Preis für Argentinierin Isol
Der diesjährige Astrid-Lindgren-Preis geht an die argentinische Kinderbuch-Illustratorin und Autorin Isol. Mit fünf Millionen Schwedischen Kronen (592 500 Euro) gilt der Preis als die weltweit höchstdotierte Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur.
Isol schaffe Bilderbücher aus Sicht des Kindes, hob der Vorsitzende der Jury, Larry Lempert, hervor. «Ihre Bilder vibrieren vor Energie und explosivem Gefühl», fügte er hinzu. Isol zeigte sich überglücklich: «Es ist unglaublich, ich bin überwältigt», sagte sie.
Die Preisträgerin kam 1972 als Marisol Misenta in Buenos Aires zur Welt. In der argentinischen Hauptstadt lebt sie auch. Sie ist ausgebildete Kunstlehrerin, ihr Kunst-Studium an der Universität von Buenos Aires brach Isol seinerzeit jedoch ab, um sich ganz dem Zeichnen - auch für Zeitungen - und der Kinderliteratur zu widmen.
>> Preis der Literaturhäuser 2013
Der Schriftsteller Hanns Zischler, geboren am 18. Juni 1947 in Nürnberg, erhält den diesjährigen Preis der Literaturhäuser. Die Programmleiterinnen und Programmleiter der im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser Basel, Berlin, Graz, Hamburg, Köln, Leipzig, München, Rostock, Salzburg, Stuttgart und Zürich ehren damit Hanns Zischler als einen Autor, der sich in besonderem Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht hat.
Der Preis, der jährlich während der Leipziger Buchmesse einer Schriftstellerin, einem Schriftsteller für die besondere Vermittlung ihrer Werke verliehen wird, besteht aus einer Lesereise durch alle im Netzwerk zusammengeschlossenen Literaturhäuser und ist mit  11.000 Euro dotiert. Hanns Zischler wird vom 7. Mai bis 13. Juni zu Leseabenden durch die Literaturhausstädte reisen. (Quelle: literaturhaus.net)
>> Otfried Preußler gestorben
Der große Geschichtenerzähler der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur, Otfried Preußler ist tot. Er sei im Alter von 89 Jahren in Prien am Chiemsee gestorben meldet der Thienemann Verlag.
Preußler, Jahrgang 1923, stammte aus Reichenberg in Böhmen. Nach Krieg und Gefangenschaft kam er nach Oberbayern, wo er bis 1970 Volksschullehrer war. Danach widmete er sich ausschließlich seiner literarischen Arbeit. Zu Preußlers umfassendem Werk gehören die Kinderbuchklassiker Der kleine Wassermann (1956), Die kleine Hexe (1957), Der Räuber Hotzenplotz (1962), Das kleine Gespenst (1966) ebenso wie der 1971 erschienene Roman Krabat, für den er den Deutschen wie den Europäischen Jugendbuchpreis erhielt.
Otfried Preußlers Kinder- und Jugendbücher erreichten bisher weltweit eine Gesamtauflage von 50 Millionen Exemplaren und liegen über 300 Übersetzungen in mehr als 50 Sprachen vor. Seine Bühnenstücke zählen zu den meistgespielten Werken des zeitgenössischen Kindertheaters.
Für sein Gesamtwerk und in Würdigung seiner literarischen Verdienste wurde Preußler mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter mit dem Eichendorff-Literaturpreis, der Ernennung zum Titular-Professor und der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse sowie des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst. (Quelle: BuchMarkt.de)
>> Evangelischer Buchpreis 2013 geht an Jenny Erpenbeck
Die Berliner Autorin Jenny Erpenbeck (45) erhält in diesem Jahr den Evangelischen Buchpreis. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird ihr am 15. Mai in der Alten Handelsbörse in Leipzig überreicht, teilte der Verband Evangelisches Literaturportal in Göttingen mit. Erpenbeck wird für ihren Roman "Aller Tage Abend" geehrt. Sie habe mit dem Buch "einen in Inhalt und Form herausragenden Roman über die Grundfragen der menschlichen Existenz geschrieben", sagte der Oldenburger Bischof Jan Janssen als Vorsitzender des Literaturportals.
Das Buch spielt am Anfang des 20. Jahrhunderts im jüdisch-christlichen Milieu Galiziens im heutigen Polen und der Ukraine. Die Autorin schildert darin die Trauer und das Auseinanderdriften von Eheleuten nach dem plötzlichen Tod eines Säuglings. Mit einem literarischen Kunstgriff erwecke sie ihre namenlose Hauptperson wieder zum Leben und skizziere, wie sich das Geschick der Familie hätten entwickeln können. Die ein Jahrhundert umspannende Konstruktion gelinge, "weil Erpenbeck über eine wunderbare Sprache verfügt", hieß es.

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